Die Rollei SE 35.

Fotograf

Back to the Roots. 
Nachdem ich die Fuji X100 aus dem Regal entstaubt hatte und mich intensiver mit der Digital-Fotografie auseinander setzte, musste schon die nächste Kamera her. Mit viel Glück erhaschte ich die Fuji X-T4 für einen Spottpreis. Mittlerweile ist sie um 4 Objektive erweitert worden und so fing ich an, mehr und mehr mit der Fotografie zu befassen, ein Buch nach dem anderen kam natürlich auch dazu. Das schöne an der Digital-Fotografie ist, du knipst ein Foto, schaust es dir an und machst nach Bedarf die entsprechende Korrektur und schon hast du das Bild im Kasten. Wie war das aber früher? Ging mir durch den Kopf.

Und so durchwühlte ich meine Kisten und Schränke, denn ich hatte im Hinterkopf, da muss noch etwas Altes sein. Siehe da, da lag sie, die Rollei 35 SE. Sie ist bis heute die kleinste analoge, vollmechanische Kleinbildkamera mit 35 mm Filmpatronen. 1662 begann Heinz Waske mit der Entwicklung, 1966 ging sie in Serie und mein SE Modell stammt aus dem Jahr 1979. Das SE Modell war eine Weiterentwicklung und hatte die Belichtungsanzeige neu im Sucher.

Nun ging es ab ins nächste Fotogeschäft, Film kaufen und loslegen. Ich habe mich vorerst für einen schwarzweiss Film entschieden. Die Gebrauchsanleitung der Rollei noch schnell durch lesen, Film einlegen und auf ging es. Nun stand ich da, mit der Kamera in der Hand und überlegte, was soll ich fotografieren? Bei der Digital-Kamera konnte ich einfach drauflos knipsen, das Bild ansehen und was mir nicht gefiel, einfach wieder löschen und neu knipsen. Aber bei der Analogen, war jeder falsche Knips ein verschwendeter, denn der Film hatte nur 36 Bilder und dann ist es vorbei. So beschloss ich die Kamera in meine Tasche zu packen, denn sie war wahrlich klein und kompakt, und sie einfach mitzuführen und nach geeigneten Motiven Ausschau zu halten. Nach einer Woche war ich soweit und hatte den Film voll. Der nächste Schritt war, der Weg ins Fotogeschäft zum entwickeln. Jetzt heisst es warten, da die schwarzweiss Bilder nur einmal die Woche entwickelt werden, musste ich fast eine Woche warten.

Während dieser Woche wurde mir bewusst, wie verwöhnt und schnelllebig wir durchs Leben gehen. Es war eine schöne Erfahrung, sich in Geduld zu üben und sich auf etwas zu freuen und es nicht sofort zu haben. 

Dann kam der Freitag. Um 17 Uhr durfte ich meine Abzüge abholen. Gespannt nahm ich die Fototasche entgegen und bezahlte. Habe es mir aber verklemmt, gleich reinzuschauen. Ich hatte eine Woche gewartet, also kann ich noch bis zuhause warten. Zuhause angekommen packte ich die Fotos aus und habe mir alles in Ruhe angeschaut. Ich war sehr überrascht, wie gut die Fotos zum Teil geworden sind. Denn die Hauptschwierigkeit war die Schärfe.

Es gab keinen Manuellen- oder Autofokus. Ich musste die Distanz schätzen und einstellen und anhand einer Skala am Objektiv den Bereich der Schärfentiefe bei der jeweils eingestellten Blende und Distanz ablesen. Auf jeden Fall bin ich mit dem ersten Resultat zufrieden und somit entstand ein Leidenschaft mehr: Die Analoge Fotografie, sozusagen «Back to the Roots». Der nächste Film ist in der Rollei 35 SE schon eingelgt.

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