Im zwei Meter Radius.

Fotografie

Es ist Sonntag, es ist heiss und eigentlich habe ich kein Bock nach Draussen zu gehen. 

Nach einem längerem hin und her, schnappte ich mir den Rucksack mit der Fotoausrüstung und beschloss, mich trotz Hitze, in den Wald zu begeben. Zumindest ist es im Wald um einiges kühler und ich hatte Lust, wieder mal ein paar Fotos zu schiessen. So lief ich los auf der Suche nach geeigneten Motiven. Doch irgendwie war mir nicht so, ich fand nichts Aufregendes zum fotografieren, alles schien mir uninteressant und langweilig. Wie heisst es so schön, «vor lauter Bäume den Wald nicht mehr sehen», so kam ich mir gerade vor. 

Also entschloss ich mich, tiefer in den Wald zu gehen und irgendwo hinzusetzten. Ich fand eine wunderbare, mit Moos bedeckte alte Buche und setzte mich zu ihr. Ich liess meinen Gedanken freien Lauf und hörte einfach dem Wald zu. Irgendwann kann mir eine Anekdote vom Tom Brown (amerikanischer Fährtenleser und Scout) in Sinn, die ich in seinem Buch «Die Suche» gelesen habe. Er konnte stundenlang ein Stück Waldboden beobachten, ohne dass es ihm dabei langweilig wurde, denn es gibt so viel zu sehen und entdecken. So beschloss ich mich auf ein Radius von ca. 2 Metern zu konzentrieren und erforschte sitzen den Waldboden. Und siehe da, da waren sie, all meine Motive zum fotografieren. Je länger ich da sass und beobachtete, um so mehr entdeckte ich die feinen Nuancen und Einzelheiten des Waldbodens. Es war wie eine Meditation, ich wurde immer entspannter und genoss den Wald. Nach einer längeren Zeit, schnappte ich mir meine Kamera und fing an, die schönen Details fotografisch einzufangen.

Es war, trotz Hitze, ein entspannter Nachmittag und ich kann es jedem empfehlen, sich einfach mal in den Wald auf den Boden zu setzten und dem Wald zu zuhören. Er hat sehr viel zu erzählen.

In diesem Sinne, geniesst euren nächsten Waldspaziergang.

Folge mir