Warum ich bei der Leica M gelandet bin…

Leica M Sammlung. Leica M11, Leica M11 Monochrom und die Leica M2

Fotografie

…und warum ich fast nur noch mit ihr unterwegs bin.

Lange habe ich mit der Fuji fotografiert. Und ja – Fuji, vor allem die X-Serie, war richtig gut. ISO, Blende, Verschlusszeit: alles da, alles direkt. Keine Menü-Odysseen, kein Scrollen bis zum Sonnenuntergang. Genau so soll Fotografie sein. Mehr braucht es eigentlich nicht.

In meiner fotografischen Laufbahn habe ich so ziemlich alles in der Hand gehabt, was einen Sensor und zu viele Knöpfe hatte. Viele Kameras und ihre Menüs fühlten sich an wie ein Escape Room mit Akku. Und weil ich eine Zeit lang in einem Fotofachgeschäft gearbeitet habe, durfte ich dieses Drama täglich miterleben.

Kunden kamen rein und fragten nach der Kamera, die automatisch gute Fotos macht. Meine Antwort war immer dieselbe:

Ich stelle Dir fünf Hämmer hin – vom kaputten bis zum Hightech-Carbon-Teil.

Wenn Du nicht nageln kannst, nützt Dir keiner davon etwas.

Kannst Du es, schlägst Du den Nagel auch mit dem kaputten Hammer ein.

Manche lachten. Manche dachten nach. Andere wollten trotzdem die teuerste Kamera mit dem grössten Menü. Auch gut.

Irgendwann war mir selbst die Fuji zu technisch. Zu viel Option, zu wenig Fokus. Und da war sie wieder, diese eine Kamera, die mir schon lange im Kopf herumspukte: die Leica M. Der Preis? Jenseits von Gut und Böse. Also lange ignoriert. Bis zu dem Tag, an dem ich es einfach getan habe.

Meine erste Leica M war gleich eine Monochrom. Eine Kamera, die nichts kann. Kein Autofokus. Keine Farbe. Ein Menü, das man fast auswendig kennt, bevor man es je gesehen hat. Und sie kostet ein kleines Vermögen.

Viele fragten mich, wie ich mir das leisten konnte. Die Antwort ist simpel: Prioritäten setzen. Ich fahre kein teures Auto. Ich fliege nicht ständig irgendwohin. Ich jage keinen Markenlogos hinterher. Ich habe mir eine Kamera gekauft, die genau eine Sache macht: fotografieren. Punkt.

Zurück zu den Wurzeln – das war meine Devise. Ich dachte an Fotografen und Fotoreporter, die mit simplen, oft analogen Kameras Geschichte geschrieben haben. Kein Autofokus, kein Burst-Feuerwerk, kein «Ich-rett-das-später-in-Lightroom». Und genau so fühlte es sich an.

Natürlich zog ich sofort los. Street Photography. ISO, Blende, Zeit – kein Problem. Manueller Fokus? Autsch.
Ein einziges Bild war wirklich scharf. Eines. Frust hoch zehn. Und genau da merkte ich, was moderner Autofokus mit einem macht: Man verlernt das Sehen. Man vergisst Zonenfokus, Skalen, Distanzen. Aber Aufgeben war keine Option. Also rein in die Materie, üben, scheitern, lernen.

Heute geniesse ich jede Minute mit der Leica M. Fotografieren wird langsamer. Ruhiger. Bewusster. Kein hektisches Knipsen, kein Dauerfeuer. Nur Du, das Licht und der Moment. Viele sagen noch immer: völlig überteuert. Mag sein. Aber eine Leica ist keine Kamera. Sie ist ein Statement. Oder wie man so schön sagt:

«Oh, Du hast Dir eine neue Kamera gekauft?»

– «Nein. Ich habe mir eine Leica gekauft.»

Ich würde behaupten: Eine Leica ist wie eine Beziehung. Am Anfang ist man verliebt. Dann merkt man, dass man daran arbeiten muss. Tut man das, hält sie ewig. Und geht sie doch mal in die Brüche – ist nicht immer der andere schuld.

Zurzeit stehen da mehr als nur eine Leica M – digital, analog und jede mit eigener Persönlichkeit. Und ja, ich lächle jedes Mal, wenn ich sie in die Hand nehme.

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